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SVK 3 verwaltet die Tabellenspitze

HSG Neckar gegen SV Kornwestheim 3 oder Vorjahresfastaufsteiger gegen Vorjahresfastabsteiger hieß die Bezirksligapaarung, die am Samstagabend in der Wasensporthalle zu Freiberg stattfand. Die SVKler, bis dato verlustpunktfrei in dieser Runde, nahmen sich für dieses Spiel nicht viel vor und starteten ihren Dienst so verhalten wie ein Beamter, der zu staubiger Archivarbeit verdonnert wurde: Erst mal Kaffee aufsetzen und schauen, was so anfällt. Und die heimische HSG fiel die müde SVK-Abwehr, die genauso schläfrig, wie lückenhaft daherkam direkt mit viel Esprit an.

Dass sie daraus keinen wesentlichen Vorsprung generieren konnte, lag am auffällig normalmotivierten Lukas Nethe. Der Lehramtsstudent zeigte, dass er noch ein paar Semester vor sich hat, denn er drückte dem Spiel schon in der Anfangsphase so viele Stempel auf, dass es für das komplette Wochenpensum eines ausgelernten Beamten gereicht hätte. So hielt er seine Mannschaft im Spiel, die froh darüber war, dass er nach ausreichend geleisteter Arbeit nicht schon nach einer Viertelstunde Feierabend machte. Wenig Aufwand und viel Ertrag war weiterhin das Motto und so schickten die Lurchis regelmäßig nur ihre Außenspieler auf die Torreise, während sich das restiche Team in der eigenen Hälfte ausruhen durfte. Die Effizienz eines erfahrenen Arbeitnehmers bescherte den Befehlsempfängern von Trainer Wittlinger nach 15 Minuten die erste Führung (8:9). Zweimal Daub und einmal Bahmann erhöhten den Vorsprung und zwangen den Heimtrainer zur Beratungspause mit seiner Mannschaft. Vor der Mittagspause erledigten die Blauweißen dann doch noch ein paar Aufgaben, sodass die eigene Faulheit nicht allzu sehr auffiel und man beim Stand von 13:17 endlich mal ein bisschen die Beine hochlegen konnte. Mehr als Dienst nach Vorschrift konnten die Zuschauer aber auch nach dem Seitenwechsel nicht erwarten. Bis Mitte des zweiten Spielabschnitts hielt der Vier-Tore-Vorsprung und als die HSG auf zwei Zähler herankam, versuchte das Schiedsrichtergespann mit zwei sehr harten Zeitstrafenentscheidungen zu Ungunsten der Kornwestheimer verzweifelt etwas Spannung aufkommen zu lassen. So viel vorneweg: Es wurde trotzdem nicht spannend. Denn was macht ein guter Beamter bevor es richtig brenzlig wird? Er nimmt erst mal einen Gang raus und lässt es ein bisschen ruhiger angehen. Der bekennende Morgensduscher Dominik Künzel zeigte, dass er nicht nur mit allen Wassern gewaschen, sondern darüber hinaus auch regelkundig ist und verringerte rotzfrech die eigene Unterzahl. Die Lurchis stellten den alten Vorsprung wieder her und das Spiel dümpelte weiter vor sich hin. Erwähnenswert in der Schlussphase lediglich noch das Debüt von Tom Belting, der beinahe mit einer blütenweißen Torhüterweste nach Hause gegangen wäre und der pflichtbewusste Dominik Künzel, der sich vor der Heimfahrt sicherheitshalber gleich zwei Fahrkarten beim gegnerischen Torhüter zog. Ansonsten moderierten die SVK-Spieler ihren ereignislosen Arbeitstag so souverän runter, wie Thomas Gottschalk wenig später seinen 358. ZDF-Fernsehabend. Bei 26:31 war dann (selbtsverständlich pünktlich!) Schluss und nach einem kurzen Plausch mit den Kollegen zogen die Wittlinger-Jungs wohlverdient in den Feierabend.
„Ich kenne mich mit der Prüfungsordnung noch nicht so gut aus“, so Dominik Künzel, frischgebackener Student der Lebenszeitverbeamtung im Bachelor, „aber ich denke, es bestehen gute Chancen, dass ich mir die Nummer hier als Pflichtpraktikum anrechnen lassen kann.“

Müssen durchschnittlich nur noch 36,8 Jahre bis zur Pensionierung absitzen: Robin Reinhard und Thomas Belting (im Tor), Nikolas Hörnig, Julian Anhorn, Marco Bahmann (5/4), Marco Dömötör (3), Christian Klopfer (1), Philipp Conrad, Kim Weiß, Dominik Künzel (2), Marcel Reimann (6/1), Tobias Daub (6) und Lukas Nethe (8).