Die Drittliga-Lurchis melden nicht für Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga

Beim SV Salamander Kornwestheim ist das Bedauern groß: Der Verein wird nicht an der Aufstiegsrunde zur potenziellen Teilnahme an der 2. Handball-Bundesliga teilnehmen.
Nach einer herausragenden Saison unter Cheftrainer Alexander Schurr und einer überaus starken Leistung der gesamten Mannschaft stand der Verein mit der immer näher rückenden Meldung zur Aufstiegsrunde in den vergangenen Wochen vor einer schweren Entscheidung. „Die Arbeit unseres Trainerteams ist hervorragend und die Leistung der Mannschaft grandios. Das war zu Saisonbeginn so nicht zu erwarten“, unterstreicht Sportlicher Leiter Pascal Welz.
Umso schwerer fiel der Entschluss, keine Meldung für einen möglichen Aufstieg in die 2. Bundesliga abzugeben. „Wir haben uns die Situation ganz genau angeschaut, doch aufgrund mehrerer Faktoren ist es aktuell einfach nicht möglich“, erklärt Abteilungsleiter Mirko Henel. In den vergangenen Wochen wurden zahlreiche Szenarien und Möglichkeiten durchdacht, der Etat intensiv geprüft und verschiedenste Kalkulationen angestellt – stets mit demselben Ergebnis: Die Anforderungen der 2. Liga sind derzeit für den Verein zu hoch. Der durchschnittliche Etat eines Zweitligisten liegt aktuell bei über einer Million Euro, wovon der SV Kornwestheim noch sehr weit entfernt ist.
Neben den finanziellen Hürden – etwa durch Kosten für LED-Banden, einen professionellen Hallenboden, deutlich höhere Reisekosten und weitere organisatorische Anforderungen – fehlen auch strukturelle Voraussetzungen. Die Handballabteilung wird aktuell ausschließlich ehrenamtlich geführt. „Eine Zweitliga-Saison mit all ihren professionellen Anforderungen zu stemmen, dafür braucht es sehr viel Manpower, die wir so nicht bieten können“, betont Henel. Auch infrastrukturell bestehen Herausforderungen: „Wir hätten Probleme sowohl bei der Spielstätte als auch im Trainingsbetrieb“, ergänzt Welz.
Den Verantwortlichen ist jedoch besonders wichtig zu betonen: „Wir entscheiden uns nicht gegen den Aufstieg, sondern gegen die Teilnahme an der Aufstiegsrunde.“ Es wäre gegenüber anderen Mannschaften unfair, einen Platz zu blockieren, wenn bereits absehbar ist, dass ein endgültiger Aufstieg aktuell nicht zu stemmen wäre.
Der Verein blickt dennoch nach vorn. „Wir haben uns intensiv mit dem Thema beschäftigt und sind gewillt, weiter daran zu arbeiten“, sagt Henel. „Wir müssen uns nicht nur weiterentwickeln – wir wollen das auch.“ Schon jetzt arbeitet der Verein an zahlreichen Stellen daran, die Abteilung weiter zu professionalisieren und strukturell für die Zukunft aufzustellen. Wohin der Weg des SV Kornwestheim in der Zukunft führen wird, bleibt abzuwarten.
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