- Melanie Bürkle
- Männer 1
Lurchis bleiben ungeschlagen: Heim-Erfolg gegen die Junglöwen
Die Drittliga-Handballer des SV Kornwestheim bleiben auch im 15. Spiel in Folge bleibt ungeschlagen. Die Mannschaft von Cheftrainer Alexander Schurr setzte sich am Freitagabend in der Hölle Ost mit 42:37 (22:22) Toren gegen die Rhein-Neckar Löwen 2 durch. Das deutliche Endergebnis täuscht jedoch über den lange komplett offenen Spielverlauf hinweg.
Von Beginn an entwickelte sich wie erwartet ein umkämpftes und anspruchsvolles Tempospiel. Die Zweitbesetzung des Bundesligisten startete clever und setzte die Hausherren damit unter Druck. Nach zehn Minuten stand es zwar 8:8, doch zu diesem Zeitpunkt bestimmten die Gäste aus Kronau bereits das Spielgeschehen. Und immer wieder kamen die Junglöwen mit der zweiten Welle über die linke Seite zu einfachen Toren.
Früh dann der Rückschlag für die Lurchis: Kreisläufer Moritz Lanig sah nach einer ungeschickten Abwehraktion bereits in der 10. Minute die Rote Karte. Aüßerst bitter für den Gastgeber, denn Lanig hatte gut ins Spiel gefunden und auch schon zwei Treffer erzielt. Das daraus resultierende Unterzahlspiel überstand Kornwestheim gut, blieb aber zunächst etwas zu unruhig. Häufig fehlte die letzte Konsequenz, und die SVK-Akteure verloren sich immer wieder verloren in Einzelaktionen.
Marco Lantella war es dann, der nach dem 10:13-Rückstand (17.) den Anschluss zum 13:14 (20.) machte, doch kurz darauf gerieten die Gastgeber erneut mit 14:17 in Rückstand. Schurr reagierte und legte die Grüne Karte auf den Tisch (23. Minute) – mit Wirkung. Die Kornwestheimer kämpften sich heran: Jan Kägler verkürzte in der 27. Minute auf 18:19, ehe ein durchweg stark aufspielender Max Keil zum 19:19 ausglich. Ein sehr wichtiger Impuls so kurz vor der Pause. In die Halbzeit gingn die beiden Teams schließlich mit einem 22:22-Remis.
In die zweite Halbzeit starteten die Lurchis deutlich konzentrierter und konsequenter. In der Defensive griffen die Abläufe besser, im Angriff agierte die Schurr-Sieben präziser. Zwar fehlte zunächst noch etwas Glück – Abpraller landeten mehrfach bei den Gästen oder sprangen unglücklich ins Seitenaus – doch die Hausherren zeigten wie so oft in dieser Saison Moral. Nichts brachte die Schurr-Sieben aus dem Konzept. Nachdem Kapitän Christopher Tinti zum 29:29 ausglich, musste Laurin Karrenbauer nach einem unglücklichen Zusammenprall mit Torhüter Jan Tinti vom Feld. „Das hat das Spiel verändert“, sagte Schurr. Seine Mannschaft konnte sich nun nämlich stärker auf Löwen-Spieler Jan Kraft konzentrieren und ihn besser aus dem Spiel nehmen.
Kurz darauf schwächten sich die Gäste weiter: Mark Hartmann sah nach einem harten Gesichtstreffer gegen Luke Kaysen ebenfalls die Rote Karte. Kaysen konnte aber nach rund fünf Minuten Behandlung wieder auf die Platte zurückkehren.
Zunächst gelang es den Hausherren dennoch nicht, sich entscheidend abzusetzen. Doch ab diesem Moment schlug das Pendel zunehmend zugunsten der Lurchis aus. Mit einer knappen 34:33-Führung ging es in die Crunch-Time. In den kritischen Momenten war KeeperTinti mehrfach zur Stelle. Ein Siebenmetertreffer von Felix Kazmeier zum 37:33 (54.) brachte der Schurr-Sieben erstmals eine Vier-Tore-Führung.
Auch die offensive 7-gegen-6-Variante der Junglöwen sollte Kornwestheim schließlich nicht mehr aus dem Konzept bringen. Marco Lantella erhöhte auf 40:35 (57.), Finn Joneleit der über 60 Minuten mit großer Durchschlagskraft traf, netzte zum 41:36. Den Schlusspunkt setzte schließlich Kazmeier: Aus rund 22 Metern und halbliegender Position traf er zum 42:36, ehe die Gäste mit dem letzten Angriff noch zum 42:37-Endstand verkürzten.
Während die Rhein-Neckar Löwen 2 in der ersten Hälfte über weite Strecken die Nase vorn hatten, setzte sich Kornwestheim in der zweiten Spielhälfte verdient durch. „Es war das erwartete Highscoring-Game“, sagte Trainer Schurr nach der Partie. „Das war erneut eine geschlossene Mannschaftsleistung mit einem unfassbar präsenten Finn Joneleit.“ Mit neun Treffern war Joneleit bester SVK-Torschütze.
Die Tabellenführung des SV Kornwestheim bleibt damit nicht nur weiterhin unangefochten – sie wächst nach der Niederlage der Wölfe Würzburg gegen den VfL Pfullingen sogar auf neun Punkte Vorsprung an.
SV Kornwestheim:
Henke, J. Tinti – Reu, Luithardt, Keil (5), Zeppmeisel (1), Kugel (1), Kazmeier (6/3), C. Tinti (3), Lanig (2), Lantella (6), Kaysen (2), Döll (5), Kägler (2), Joneleit (9).
- Erstellt am .