Nervenstarke Lurchis sichern den Auswärtserfolg
In einer spannungsgeladenen Partie behalten die Lurchis bis zur letzten Sekunde einen kühlen Kopf und belohnen sich mit zwei wichtigen Auswärtspunkten. Der SV Kornwestheim gewinnt beim TSB Schwäbisch Gmünd mit 36:35 (16:18) und beweist einmal mehr, dass mit Kampfgeist, Zusammenhalt und der nötigen Portion Coolness auch enge Spiele auf der Zielgeraden gewonnen werden können.
„Ein absolut verrücktes Spiel. Wir wussten, dass es so ein ekliges Spiel werden kann“, beschrieb SVK-Keeper Niko Henke die Begegnung nach dem Abpfiff. „Nachdem es am Anfang gut aussah, wurde es am Ende wieder knapp.“ Treffender hätte man die 60 Minuten wohl kaum zusammenfassen können. Denn was zunächst nach einem guten Abend für die Kornwestheimer aussah, entwickelte sich zu einem intensiven Schlagabtausch mit zahlreichen Wendungen und einem Herzschlagfinale.
Die Lurchis erwischten einen guten Start. Mit ihrer offensiven Abwehr setzten sie die Gastgeber früh unter Druck, provozierten technische Fehler und kamen immer wieder zu wichtigen Ballgewinnen. Auch im Angriff agierte die Mannschaft von Cheftrainer Alexander Schurr konzentriert und konsequent. Die Belohnung folgte prompt: Nach zehn Minuten führte der SVK mit 8:4 und schien die Begegnung zunächst gut im Griff zu haben.
Doch die Jets ließen sich davon nicht beeindrucken. Einen großen Anteil daran hatte TSB-Schlussmann Fabian Bauer, der mit mehreren starken Paraden seine Mannschaft immer wieder vor einem größeren Rückstand bewahrte. Gleichzeitig fand die Gmünder Defensive zunehmend ihren Rhythmus und machte es den Kornwestheimern immer schwerer, zu klaren Abschlüssen zu kommen. Die Gastgeber kämpften sich Tor um Tor heran und drehten die Partie bis zur Pause sogar komplett. Mit einem 18:16 für den TSB ging es in die Kabinen.
In der zweiten Spielhälfte liefen die Salamanderstädter also zunächst einem Rückstand hinterher. Gegen die kompakte Defensive der Gastgeber fehlten weiterhin die einfachen Lösungen. Bis zur 43. Minute lagen die Lurchis mit zwei Treffern zurück. Doch dann sollte sich das Blatt wenden – und ein Wechsel im Tor zum wichtigen Impuls werden.
Niko Henke übernahm zwischen den Pfosten und setzte mit einer starken Parade direkt ein Zeichen. Im Angriff verkürzte Felix Kazmeier auf 26:27, ehe der SVK-Torjäger kurz darauf selbst für den nächsten Wirkungstreffer sorgte: Mit einem Ballgewinn und dem anschließenden Gegenstoß stellte er auf 28:28. Die Lurchis waren zurück im Spiel! Kazmeier übernahm einmal mehr viel Verantwortung und war mit insgesamt 17 Treffern der überragende Torschütze auf Kornwestheimer Seite.
Nun war die Begegnung wieder völlig offen. Zwar konnten die Gmünder zwischenzeitlich sogar einen Siebenmeter im Nachwurf verwandeln, doch die Lurchis ließen sich nicht mehr abschütteln. In der 49. Minute war es Marco Lantella, der mit dem 30:29 erstmals seit der Anfangsphase wieder die Führung für die Lurchis herstellte. Allerdings blieb auch die Defensive nicht immer sattelfest, sodass die Jets weiterhin auf ihre Chance lauerten.
Dann folgten die Schlussminuten, die es in sich hatten. Die Partie wurde zunehmend hitziger. Doch gerade in dieser Phase zeigten die Kornwestheimer ihre ganze Erfahrung. Sie blieben ruhig, hielten als Mannschaft zusammen und fanden auch unter größtem Druck die richtigen Antworten. Tim Zeppmeisel war es schließlich, der kurz vor dem Ende auf 36:34 erhöhte und damit einen ganz wichtigen Schritt in Richtung Auswärtssieg machte.
Doch entschieden war noch nichts. Die Gastgeber verkürzten noch einmal und bekamen sogar die Möglichkeit, den Ausgleich zu erzielen. Jetzt war Nervenstärke gefragt – und die bewiesen die Lurchis eindrucksvoll. Erst war Henke zur Stelle, anschließend machte die Kornwestheimer Abwehr endgültig dicht. Die letzte Chance der Jets verpuffte an der SVK-Mauer. Dann war Schluss: 36:35! Erleichterung und Freude über zwei hart erkämpfte Auswärtspunkte waren entsprechend groß.
„Wir sind einfach froh, so ein Spiel am Ende zu gewinnen – durch wichtige Momente von allen auf dem Platz, die das Spiel am Ende knapp für uns drehen“, sagte Henke nach Spielende sichtlich erleichtert.
Ein Erfolg, der einmal mehr zeigt, was die Lurchis auszeichnet: Auch wenn nicht alles nach Plan läuft, lassen sie sich nicht aus der Ruhe bringen. Sie kämpfen füreinander, übernehmen Verantwortung und sind in den entscheidenden Momenten zur Stelle. Diesmal waren es genau diese Qualitäten, die in einer nervenaufreibenden Schlussphase den Unterschied machten und den verdienten Auswärtssieg sicherten.
SVK: J. Tinti/Henke – Reu (2), Reusch, Luithardt (1), Zeppmeisel (3), Kazmeier (17/7), Ch. Tinti (1), Lanig (5), Lantella (4), Döll, Kägler (1), Bahmann, Joneleit (3).
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