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SV Kornwestheim Handball: Spielberichte Männliche D-Jugend

  • Alexandra Maier
  • männliche D

Saisonfinale in Oberstenfeld: mD1-Lurchis verpassen BOL-Vizemeisterschaft

20260321 mD1 Habo
Das rauschende Abschlussfest hatten die mD-Jungs an einem spielfreien Wochenende bereits vorab gefeiert, doch zum letzten Saisonspiel musste die mD1 am 21. März 2026 noch einmal auswärts in Oberstenfeld ran. Der Gegner: die Handballregion Bottwar SG. Die Ausgangslage war klar definiert – es ging um nicht weniger als Platz zwei. Der Gastgeber lag mit 21 Punkten vor den Lurchis, ein Sieg hätte ausgereicht, um die Vizemeisterschaft noch zu sichern.

Die Kornwestheimer Jungs fanden keineswegs schlecht in die Partie. Die Anfangsphase gestaltete sich offen, beide Teams begegneten sich auf Augenhöhe, und die Lurchis hielten in den ersten rund siebeneinhalb Minuten bis zum Stand von 6:6 gut dagegen. Erst danach gelang es dem Gastgeber, sich erstmals mit zwei Toren abzusetzen – ein Vorsprung, der zu diesem Zeitpunkt noch keine Vorentscheidung darstellte. Was ab der 9. Minute folgte, war jedoch eine spielentscheidende Phase, die den weiteren Verlauf entscheidend prägen sollte. Die Kornwestheimer Jungs verloren kurzzeitig den Zugriff auf das Spiel und mussten einen empfindlichen Sieben-Tore-Lauf der Habo hinnehmen. Innerhalb weniger Minuten wuchs so der Rückstand erheblich an, sodass sich der Gegner bis etwa zur Mitte der ersten Halbzeit deutlich absetzen konnte. Doch die Lurchis zeigten Charakter - nach diesem Tiefpunkt berappelten sich die Kornwestheimer Jungs, fanden zurück ins Spiel und kämpften sich Tor für Tor heran. Mit einem 13:18 zur Halbzeit war der Abstand auf fünf Tore geschrumpft – ein Rückstand, der durchaus noch einholbar erschien.

In der zweiten Hälfte warfen die Lurchis alles in die Waagschale. In einer starken Phase nach dem Seitenwechsel gelang es, weiter zu verkürzen und den Rückstand bis zur 33. Minute auf vier Tore zu reduzieren – 22:26 aus Sicht der Kornwestheimer Jungs. In diesem Moment war spürbar, dass das Spiel noch einmal kippen könnte, dass die Aufholjagd vielleicht doch noch gelingen würde. Eine Auszeit des Gegners zur richtigen Zeit stoppte diesen Lauf jedoch wirkungsvoll und verhinderte ein weiteres Herankommen. In der Folge fanden die Lurchis nicht mehr zurück in ihren Rhythmus und erlaubten sich zu viele Nachlässigkeiten. Was blieb, war ein körperliches, intensiv geführtes Spiel, in dem der Gastgeber großen Willen zeigte und Fehler konsequent bestrafte. Gerade in den schwächeren Phasen blieben einige gut herausgespielte Chancen der Kornwestheimer Jungs ungenutzt – zu wenig, um den Anschluss nochmals herzustellen. Am Ende hieß es 27:37 aus Sicht der Lurchis. Platz zwei war damit nicht mehr zu erreichen.

Zeit, Bilanz zu ziehen – und diese Bilanz kann sich mehr als sehen lassen. 499 Tore in 14 Spielen, im Schnitt mehr als 35 Treffer pro Partie – damit stellen die Lurchis mit großem Abstand die offensivstärkste Mannschaft der gesamten Liga. 20 Punkte, zehn Siege – und gegen alle Teams der unteren Tabellenhälfte blieb die Weste der Lurchis blütenweiß. In den Duellen gegen die Top-4 holten sie zuhause in der Osthalle gegen fast jeden Gegner zwei Punkte – nur der Bezirksmeister Bietigheim blieb in dieser Saison zweimal zu stark.

Doch Zahlen erzählen immer nur einen Teil der Geschichte. Viel bedeutsamer ist, was diese Mannschaft in dieser Saison abseits der Ergebnisse geleistet hat. Aus einzelnen Spielern ist ein echtes Team gewachsen. Die Kornwestheimer Jungs haben füreinander gekämpft, sich gegenseitig getragen, gemeinsam gejubelt und auch Niederlagen zusammen verarbeitet. Auf und neben dem Feld ist eine Truppe entstanden, die nicht nur sportlich überzeugt. Das eingespielte Trainerteam aus Dirk Grünewald und Max Keil sowie Carsten Keil und Moritz Lanig hat dazu einen Löwenanteil beigetragen – sie haben die Jungs nicht nur handballerisch gefördert und angeleitet, sondern ihnen auch menschlich unglaublich viel mitgegeben. Hätte man den Kornwestheimer Jungs vor der Saison gesagt, dass sie am Ende um Platz zwei mitspielen und bis zum letzten Spieltag eine reelle Chance auf die Vizemeisterschaft haben würden – sie hätten es wohl kaum geglaubt. Umso größer ist der Respekt vor dieser Entwicklung, vor dieser Mannschaft und vor dieser Saison. Danke für diese Spielzeit, Lurchis – und die Vorfreude auf alles, was noch kommt, ist jetzt schon groß.

SVK: Lorenz Müller (Tor) - Clemens Maier (8), Vincent Schwarz (5), Theo Grünewald (3), Roy Hönes (3), Lutz Beck (2), Jakob Fleisch (2), Luca Grippo (2), Philipp Mehner (1), Linus Witt (1), Samuel Heibel. Offizielle: Dirk Grünewald, Max Keil.

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