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SV Kornwestheim Handball: Spielberichte Männer 3

SVK 3 zeigt die ganze Handballklaviatur beim Saisonauftakt im Hammam Ost

20231001 M3 HCOB Schäumte die Oppenweiler Abwehr sechsmal ein: Hammam-Meister Khosrawi. (Bild: Sebastian Balkenhol)
 
Salam aleikum und aleikum salam meine Habibis und Habubus des Handballsports,
nach einer erfolgreichen Saison 22/23 hat die Männer III aus eigenem Willen die Qualifikation für die Landesliga abgesagt. Die Abgänge in Richtung großer Bruder Männer II waren zu signifikant, um dem Versuch überhaupt einen Namen zu geben. Der Fokus liegt nun auf einer 0 mm Trockenrasur der Bezirksliga – sicher kein Selbstläufer, hat man mit ähnlichen Gesichtern in der Saison 21/22 noch (erfolgreich) gegen den Abstieg gespielt. Aber: es geht um F U N (furchtbar unnötige Niederlagen) und damit wollten die Lurchibis nichts zu tun haben.

Die Muskeln trainiert, die Lunge gedehnt und der Sommer vorbei: nach dem Shishabars häufiger aufgesucht worden sind als die rote-Blutkörperchen-erzeugenden Weinberge (1x gegen 0x), waren die Köpfe mehr als frei für das erste Spiel: es geht wieder los in der Handball Bezirksliga Enz/Murr.

Der erste Gegner aus Oppenweiler/Backnang kommt ebenfalls mit seiner Männer III. Nicht nur die hervorragend anregende Hallen-Warm-Up-Musik sondern auch die 20 Besucher:innen auf den Rängen bringen die in Kornwestheim ansässige Halle Ost auf Betriebstemperatur (31°C bei 15% Sauerstoffgehalt). Nach einer mittelmäßigen Anfangsphase bringt Christian „Klopfi“ Klopfer die Kornis 3:1 in Führung – es sollte die Letzte für eine lange Zeit bleiben. Die Spielidee der Oppenweiler scheint simpel & erfolgreich, das Spiel der Güterverkehr-Rangierbahnhofs-Werksmannschaft dagegen schwerfällig und insbesondere in der Abwehr immer eine entscheidende Armlänge zu weit weg. Nach der ersten Zeitstrafe gegen Julian Anhorn in Minute 11 verlegt (nicht verliert (noch nicht)) das Team um Trainer Martin Wittlinger den Faden. Die Hard-Cores oder Handball-Club oder Hallen-Chayas oder einfach HC aus Oppenweiler/Backnang haben wenig Mühe mehrmals aus der Halbdistanz die Kugel zu versenken. Björn F*mann gelingen bis zur 22ten Minute bereits 6 seiner 10 Tore und zwingt den SVK beim Spielstand von 9:14 zum Ablegen der grünen Time-Out-Karte auf den Zeitnehmertisch. An der lapprigen 5-1 Abwehr der Kornwestheimer stimmt zu wenig, um es in 60 Sekunden zu reparieren. Also Amazon-Style: lieber neu kaufen statt alt reparieren; und so wird die 5-1 in die Tonne geklopft und die 6-0 Abwehr bestellt. Tatsächlich kommt man in den nächsten 8 Minuten auf 2 Treffer (wäre da nicht der Treffer in der letzten Sekunde der ersten Halbzeit gewesen, also auf 3 Treffer) zum 13:16 Halbzeitstand wieder ran.

Im Kornwestheimer Hinterzimmer spürt die Mannschaft das Momentum der letzten Minuten: die umgestellte 6-0 Abwehr zeigt Wirkung und die Motivation war im neuen Hummel-Höschen noch nicht abgetaut. So kommt man voller Bock aus der Halbzeitpause und liefert sich mit offenem Visier einen Schlagabtausch zum 15:18 als die Spielzeit 32:42 anzeigt. Wenn der Schriftstückverfasser etwas derart Unwichtiges trotzdem niederschreibt, dann wird es eben doch noch wichtig. Und zwar wie! Sage und schreibe 18 Min. und 22 Sek. (in Wort: achtzehn Minuten und zweiundzwanzig Sekunden) wurde geblockt, gehalten, gestupst, gefoult (4x Unterzahl, je 2x pro Team), gekämpft und gekontert OHNE(!) ein einziges Kornwestheimer Gegentor! Was für eine Leistung, was für ein Comback - vom allerfeinsten Scheibenfleisch - zum saftigen 22:18 Zwischenstand. Es ging munter weiter und so ging man durch back-to-back Heimtore von Saleh Khosrawi (2 von insgesamt 6) und Christian Klopfer (4 von insgesamt 7) mit einem 24:19 in die Crunch-Time.

Aber wie viel Crunch geht da noch, wenn nur noch 6 Minuten zu crunchen sind? Es stellt sich heraus: wenn beide Teams crunchen wollen, dann geht da noch Crunch. Die Crunchwestheimer crunchen in den letzten 5 Minuten einfach nicht den Deckel drauf und die Oppencruncher wollen einfach nicht unter die Dusche… so cruncht sich „Oppes“ tatsächlich noch Crunch für Crunch auf 1 Tore ran. Der letzte Kornwestheimer Wurf cruncht wenige Sekunde vor Schluss am Lattenkreuz und geht zum Einwurf ins Aus. Bei einem Hauch übrig gebliebener Spielzeit auf der Uhr bekommt der Curnchläufer der Gäste über eine schnelle Passfolge den Ball in die Hände und cruncht alles raus was in der Situation möglich ist: einen Crunch. Ähh, lol, ne… natürlich einen 7-Meter-Wurf. Dieser wurde nach Abpfiff souverän verwandelt und so trennen sich die Drittmannschaften der Drittligisten mit 25:25. Die Oppenweiler freuen sich über den errungenen Punkt aber auch die Köpfe der Kornwestheimer hängen nicht lange: die gezeigte Leistung vom 9:14 bis zum 24:19 war grundsolide und da der Aufstieg ohnehin nicht möglich ist, springt der Lurch manchmal eben nur so hoch wie das Pferd.

Zum Abdampfen ins Hammam dürfen: Robin Reinhard, Thomas Belting, Manuel Otto, Miro Sailer, Nikolas Hörnig (2), Julian Anhorn (1), Felix Tutsch, Christian Klopfer (7), Philipp Conrad (2), Kim Weiß, Daniel Bernat (3), Saleh Khosrawikatoli (6), Marcel Reimann (3), Robin Rothermund.
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