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Zwölf Ballverluste in der ersten Halbzeit

Zu einem seiner weitesten Auswärtsspiele reiste der SVK 3 am vergangenen Samstag zum Tabellenzweiten nach Weissach. Die Gastgeber des TSV hatten ihre letzten beiden Partien verloren – wenn auch einmal nur knapp mit einem Tor gegen die HSG Strohgäu –, während die SVKler genau gegen diese mit einem spannenden Sieg neuen Mut gefasst hatten. Doch an diesem Spieltag gab es vor allem zwei Dinge, die dem SVK in die Quere kamen: das absolute Hartzverbot in der Weissacher Heckengäuhalle und die beiden Schiedsrichter, die ihre Linie über sechzig Spielminuten nicht konsequent durchzogen.
 
Ersteres führte sogleich zu den ersten beiden Ballverlusten des SVK. Weissach, an ein Spiel ohne Hartz besser gewöhnt, bestrafte diese sofort per Tempogegenstoß (1:0). Benjamin Schwaderer gelang es in der nächsten Aktion, den Ball unter Kontrolle zu bekommen und glich aus (1:1). Beim nächsten Mal fand Schwaderer seinen Kreisläufer Tim Layher zum 2:2. Aber immer wieder spielte man den Gegnern den Ball zu – alleine in der ersten Viertelstunde führte die fehlende Ballsicherheit zu fünf Ballverlusten. Den nächsten Fehlpass nutzten die Gastgeber sofort, um einen weiteren Konter zu laufen, aber diesmal war Torhüter Niklas Rohfleisch zur Stelle. Nichtsdestotrotz verdoppelte der TSV kurze Zeit später auf 4:2. Der SVK war sichtlich bemüht, Druck aufzubauen. Vor allem Rückraumspieler Julian Anhorn suchte mehrmals den Zug zum Tor, wurde bis dato aber für seine Anstrengungen noch nicht wirklich belohnt. In seiner nächsten Aktion ließ er sich nun aber nicht aufhalten und bahnte sich den Weg zwischen den Abwehrspielern hindurch zum 6:4. Kornwestheims Keeper parierte einen Wurf von links außen, bekam mit Pech dann aber den Abpraller von rechts außen (7:4). Der eingewechselte Steffen Neunzling knüpfte an seine Treffsicherheit aus der Vorwoche an und traf zum 7:5. Trotzdem hatte der SVK nach einer Viertelstunde insgesamt nur fünf Treffer – und damit im Schnitt alle drei Minuten nur ein Tor – erzielt. Wie konfus das Spiel an manchen Stellen war, zeigte die nächste Situation: Kornwestheim verlor den Ball, konnte ihn in der Abwehr wiedergewinnen, warf ihn im Anschluss daran jedoch wieder ins Aus, nur um Alexander Sack schließlich doch noch zum Tempogegenstoß zum 8:6 loszuschicken. Hinzu kam die unnötige Schärfe, die die Unparteiischen aufkommen ließen, da sie grobe Fouls nicht konsequent ahndeten. Hätten sie dies getan, währe Weissach über weite Strecken des Spiels nicht vollzählig auf dem Feld gestanden. Benjamin Schwaderer und Tim Layher signalisierten der Bank, dass sie eine Verschnaufpause brauchten; für sie kamen Florian Stöcker und Tim Fischer. Doch die Abstimmung in der Abwehr machte Probleme. Immer wieder konnte Weissachs Kreisläufer problemlos angespielt werden, bis der TSV mit 10:6 führte. Der nächste Gegenstoß der Gastgeber scheiterte an einem Schrittfehler, doch in den folgenden acht Spielminuten gelang den SVKlern wieder nur ein Tor zum 11:6. Ein weiterer Fehlpass konnte ausgebügelt werden, sodass Julian Anhorn doch noch zum Erfolg kam (11:7). Aber der nächste Ballverlust ließ nicht lange auf sich warten. Der SVK konnte viele seiner Angriffe nicht zu Ende spielen, stattdessen folgte der TSV der Einladung zum 13:7. Beim 14:8 stand der TSV-Kreisläufer wieder allein auf weiter Flur, doch auf der Gegenseite fanden die SVKler diesmal auch ihren eigenen Kreisläufer. Tim Fischer traf zum 14:9. Im nächsten Angriff gelang es Kornwestheim dann endlich, einen Angriff in Ruhe, ohne Fouls und Fehlpässe, auszuspielen und prompt fand Julian Anhorn die Lücke zum 14:10. Der SVK blieb wachsam, holte sich den Ball zurück und traf durch einen schnellen Pass von Anhorn auf Fischer zum 14:11-Halbzeitstand. Man war wieder dran und hatte eine klare Devise: „Wir müssen unsere Fehler minimieren, dann führen wir.“ In der Pause fand Ersatzcoach Alexander Moosmann deutliche Worte und forderte sein Team dazu auf, in der Abwehr den Kreisläufer durch eine 6-0-Abwehr besser abzudecken und vorne das Spiel einfach zu machen, 1-gegen-1-Situationen zu suchen und den Ball laufen zu lassen.
 
Nach dem Seitenwechsel schnappte sich Steffen Neunzling gleich zweimal den Ball. Während seine Teamkollegen daraus einmal nichts machten, konnte der zweite Konterversuch zum 14:12 verwertet werden. Die SVKler hatten nun die Chance, bis auf einen Treffer heranzukommen, doch der ansonsten sichere Siebenmeterschütze Daniel Braig versuchte es mit einem Heber, der über das Tor ging. Nichtsdestotrotz blieb der SVK dran (15:13). In der Abwehr provozierte Braig einen Fehlpass, machte damit seinen Fehler von der Linie wieder wett und schickte erneut den schnellen Julian Anhorn zum Gegenstoß (16:14). Doch der TSV erhöhte immer wieder auf drei Treffer und erschwerte den SVKlern das Aufholen (17:14). Der eingewechselte Stehen Keith glänzte mit zwei Paraden und verhinderte zunächst, dass Kornwestheims Rückstand größer wurde. An manchen Stellen wurde das Spiel hektisch und bestand zunehmend daraus, nach Fehlpässen einen gegnerischen Tempogegenstoß zu verhindern. Das gelang beim SVK nicht immer, sodass der TSV nun auf 18:14 erhöhte. Als die Schiedsrichter ein weiteres Foul der Gastgeber endlich werteten, nutzte der SVK seine Überzahl, um Axel Kieber freizuspielen (18:15). Immer noch in Überzahl machten sich die SVKler dann aber das Leben selbst schwer, indem sie den Weissachern den Ball zupassten und den nächsten Konter zum 19:15 schlucken mussten. Fünfzehn Minuten vor Spielende lagen die Gastgeber wieder mit fünf Treffern vorne (21:16) und es schien noch eine schwierige Schlussphase für den SVK zu werden. Moosmann forderte von der Bank, den Kopf nicht hängen zu lassen, da seine Spieler nicht so viel falsch machten. Was sie aber eindeutig falsch machten, zeigten die SVKler in der folgenden Situation: Der nächste Konter folgte dem nächsten Ballverlust zum 22:17. Was man dagegen richtig machte, zeigten Timo Kull und Tim Fischer mit zwei einfachen Toren zum 22:19. Zehn Minuten vor Schluss und wieder fünf Tore hinten (25:19) zeigte Daniel Braig, dass er auch aus dem Rückraum treffen konnte, wenn die Situation es erforderte (24:20). Der TSV warf seinen Strafwurf ebenfalls über das Tor, sodass erneut Braig, diesmal wieder von seiner Stammposition, zum 24:21 traf. Beim 25:22 musste ein SVK-Spieler kurzzeitig das Feld räumen, während auf der Gegenseite das nächste grobe Foul unberücksichtigt blieb. Die SVK-Bank gab sich nicht auf, wollte das Spiel sauber zu Ende spielen und bis zum Schluss kämpfen. Auch als Weissach wieder mit 27:22 vorne lag, lief man seinem Gegner beim Konter noch den Ball ab. Näher als bis auf vier Tore kamen die SVKler aber nicht mehr heran und gingen am Ende mit einer 28:24-Niederlage nach Hause.
 
Der SVK hatte an diesem Spieltag zu viele Bälle liegen lassen; alleine in der ersten Halbzeit hatte man ein Dutzend Ballverluste zu verzeichnen gehabt und damit etliche unnötige Tore kassiert. Die fehlende Härte der beiden Schiedsrichter tat ihr Übriges. Doch wie bereits Coach Moosmann während und nach der Partie forderte, heißt es jetzt ‚Kopf hoch‘. Denn nächsten Samstag um 16 Uhr wartet die nächste Herausforderung auf die Kornwestheimer: Dann ist Mitaufsteiger und Tabellenspitzenreiter TV Tamm in der Halle Ost zu Gast.
 
Niklas Rohfleisch, Steven Keith (beide Tor), Julian Anhorn (6), Benjamin Schwaderer (1), Thomas Lauster (2), Timo Kull (3), Tim Fischer (3), Daniel Braig (4/2), Tim Layher (1), Florian Stöcker, Alexander Sack (2), Steffen Neunzling (1), Axel Kieber (1), Tobias Biegel