SV Salamander Kornwestheim Handball
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Kreisläufer Layher feiert erfolgreiches Debüt als Torhüter

Mit zwei Plus- und vier Minuspunkten aus den drei bisherigen Partien des noch jungen Jahres ist der SVK 3 am vergangenen Wochenende zur HSG Strohgäu gereist, um die Bilanz fürs Erste zumindest wieder auszugleichen. Hatte man in der ersten Hälfte des Spiels noch geglaubt, dass ihnen das locker gelingen würde, mussten sich die SVKler die Punkte in einer bis zur letzten Sekunde mit Spannung geladenen zweiten Halbzeit dann aber hart erkämpfen.
 
Gleich zu Beginn der Partie war Kornwestheims Torhüter Niklas Rohfleisch gefordert. Zum Glück für seine Vordermänner war er hervorragend aufgelegt, sodass er nach unnötigem Ballverlust und schneller Mitte der Gastgeber einen freien Wurf parierte. Fehlpässe auf beiden Seiten, ein weiterer technischer Fehler beim SVK und ein Wurf ins Aus bei der HSG zeigten, wie nervös die Mannschaften in den ersten Minuten waren. Im vierten Angriff gelang Julian Anhorn nach fünf Minuten dann endlich der erste Treffer der Partie (0:1). Nun war auch für Strohgäu der Knoten geplatzt; mit Glück prallte der Ball am Innenpfosten ab und ging ins Tor (1:1). Der SVK startete zum Tempogegenstoß, aber Thomas Lauster versuchte es mit einem zu starken Aufsetzer, sodass der Ball weit über das Tor ging. Auf der Gegenseite machten es die Gastgeber besser, spielten in Überzahl ihren Linksaußen zunächst zum Ausgleich frei (2:2) und übernahmen durch einen Rückraumtreffer sogleich die Führung (3:2). Daniel Braig hatte seine Zeitstrafe gerade rechtzeitig abgesessen, dass der sichere Siebenmeterschütze zum Strafwurf wieder eingewechselt werden konnte (3:3). Tim Layher reagierte wachsam auf einen gegnerischen Pass, konnte sich den Ball schnappen und wenig später das Ruder wieder herumreißen (4:5). Nach einer knappen Viertelstunde war die Partie noch ausgeglichen, was Fehler und Chancenverwertung beider Teams anging. Dann drehte Rückraumspieler Timo Kull auf und erzielte zwei Tore zum 5:7. Die Fans der HSG schwenkten im Zuschauerraum ihre Fahnen, aber Julian Anhorn blieb davon unbeeindruckt und erhöhte auf drei Tore (6:9). Seinen nächsten Wurf vergab Anhorn, den Abpraller konnte sich aber Daniel Braig schnappen, der wiederum zum 6:10 traf. Tim Fischer war schneller als sein Gegenüber und provozierte damit eine Zeitstrafe für die HSG. Ihr Überzahlspiel nutzten die SVKler, um das Spiel breit zu machen. So taten sich Lücken auf und Kornwestheim führte nun mit 6:12. Jetzt lief es rund und die mitgereisten SVK-Zuschauer freuten sich nach zwei bitteren Niederlagen auf einen souveränen Sieg ihrer Mannschaft. Doch weit gefehlt, denn der SVK sollte es auch diesmal spannend machen. Zunächst näherte sich Strohgäu mit zwei Strafwürfen und zwei Tempogegenstößen bis auf 10:14. Ein weiterer Ballverlust ermöglichte den nächsten Konter (11:14). Dann hatten die SVKler Pech, denn sowohl Timo Kull als auch im Nachschuss Tim Layher trafen nur den Pfosten. Stattdessen war es die HSG, die trotz Unterzahl den Weg zum Tor fand (12:15). Zur Pause hatte der SVK sein Polster etwas abgebaut, lag aber immer noch mit 12:16 in Führung. Nach dem kurzen Schock durch die Aufholjagd hatte sich das Thoms-Team offenbar gefangen.
 
Doch dann folgte der Beginn der zweiten Halbzeit. Wie in Durchgang eins war die erste Aktion des SVK, aus der Not geboren, eine starke Parade von Niklas Rohfleisch. Im nächsten Anlauf kassierte er dann aber doch das 13:16 und im eigenen Angriff trafen die Kornwestheimer nur den Pfosten. Erneut kam die HSG zum Zug, diesmal per Gegenstoß zum 14:16. Der SVK bewegte sich gefährlich nah am Abgrund und durfte die stärker werdenden Strohgäuer nicht noch weiter aufbauen. Doch wieder gelang den Gastgebern der Konter und der Anschlusstreffer zum 15:16. In nicht einmal drei Minuten hatten die SVKler ihren Vorsprung verspielt. Timo Kull erlöste sein Team zwar vorerst mit dem Treffer zum 15:17, aber die Gastgeber blieben dran (16:17). Kornwestheims Schlussmann verhinderte den Ausgleich nach weiterem Konter der HSG, aber im Angriff klemmte es beim SVK weiterhin. Dann geriet man auch noch in Unterzahl und Strohgäu schaffte den Ausgleich zum 17:17. Kornwestheim hatte in den ersten sieben Minuten nach Wiederanpfiff gerade mal ein Tor erzielt, während die HSG sich mit fünf Treffern und dem Ausgleich wieder alle Türen geöffnet hatte. Strohgäu nutzte einen unachtsamen Moment des SVK und ließ die Abwehr stehen; jetzt schrillten beim SVK die Alarmglocken, denn er hatte die Führung aus der Hand gegeben (18:17). Rechtsaußen Steffen Neunzling zeigte an diesem Tag eine sehr beeindruckende Leistung und hielt sein Team im Spiel (18:18); Alexander Sack drehte den Spielstand zum 18:19. Beim 20:20 geriet man dann zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt in die denkbar ungünstigste Unterzahl: Denn Torwart Niklas Rohfleisch war mit seinem Kontrahenten aneinandergeraten und beide mussten für zwei Minuten das Feld räumen. Das war doppelt bitter für den SVK, denn man war mit nur einem Torhüter angereist. So streifte sich kurzerhand Kreisläufer Tim Layher das Torwarttrikot über und feierte seinen Einstand als Keeper des SVK 3. Und er bewies durchaus Potenzial: Mit vollem Körpereinsatz warf er sich dem Ball entgegen und glänzte mit einer unerwartet starken Parade. Wenig später musste der SVK dann aber wieder die Luft anhalten, denn Strohgäu zog auf zwei Tore davon (22:20). Nach seiner Wiedereinwechslung konnte Niklas Rohfleisch an seine bisherige Leistung anknüpfen: Er entschärfte einen Strafwurf und lenkte den Nachschuss kontrolliert ins Aus. Der nächste Aufreger folgte jedoch sofort, als ein Feldspieler Strohgäus zunächst die rote in Kombination mit der zu dieser Saison neu eingeführten blauen Karte sah. Obwohl Tim Layher als Opfer der Aktion seines Gegners die Schiedsrichter zu beschwichtigen versuchte, hielten diese nach Spielende an ihrer Entscheidung fest. Steffen Neunzling ließ sich von dem Aufruhr nicht beirren und lieferte weiter ab: Er glich zunächst zum 22:22 und kurz darauf zum 23:23 aus. Als noch zehn Minuten zu spielen waren, lag Strohgäu wieder mit 25:23 vorn. Niklas Rohfleisch hielt zwei Würfe und sein Team damit im Spiel, aber vorne fand der Ball wieder nicht sein Ziel. Erst Daniel Braig und anschließend Benjamin Schwaderer von der Linie brachten den SVK wieder in Führung (25:26). Kurz darauf stand es 26:26-Unentschieden und es waren noch drei Minuten auf der Uhr. Julian Anhorn behielt die Nerven, machte erst das 26:27 und nach Stürmerfoul von Strohgäu das 26:28. Die letzten Minuten wurden noch einmal aggressiv und der SVK musste nun bis zum Spielende mit einem Mann weniger auf dem Spielfeld agieren. Wieder war ihr Torhüter ein wichtiger Rückhalt für die SVKler und hielt eine Minute vor Schluss die 27:28-Führung fest. Die HSG provozierte ein Stürmerfoul, konnte aber durch einen ungenauen Pass keinen Konter starten. Dennoch wurden sie nochmal gefährlich, als sie direkt nach der Mittellinie Druck machten und damit Ballverluste verursachten. Die offensive Abwehr kam tatsächlich nochmal an den Ball, spielte den letzten möglichen Angriff aber nicht konsequent aus, sondern versuchte in zu großer Torentfernung mit einem Wurf abzuschließen. Dieser konnte dem SVK nichts mehr anhaben und besiegelte den 27:28-Entstand.
 
Für die HSG Strohgäu war das Spiel nach dem Abpfiff noch lange nicht beendet. Trainer und Spieler diskutierten auch Minuten nach der Partie noch mit den beiden Schiedsrichtern über die fragwürdige Entscheidung der blauen und roten Karte. Der SVK dagegen ließ sich von alldem nicht beeindrucken und freute sich über seinen ersten Befreiungsschlag aus der noch vor der Partie drohenden Krise. Wie nah Freud‘ und Leid beieinander liegen, hat Strohgäu nun selbst erfahren, denn noch in der Vorwoche hatten sie den TSV Weissach knapp mit 22:23 geschlagen. Nun unterlagen sie ihrerseits mit einem Treffer gegen den SVK 3. Und genau dieser letzte Gegner der HSG wartet schon in der kommenden Woche auf die SVKler: Dann sind sie am Samstag, 11.02.17, um 20 Uhr, zu Gast beim TSV Weissach.
 
Niklas Rohfleisch (Tor), Tim Layher (2), Thomas Lauster, Steffen Neunzling (4), Julian Anhorn (5), Daniel Braig (8/4), Benjamin Schwaderer (2/1), Tim Fischer, Timo Kull (6), Alexander Moosmann, Florian Stöcker, Alexander Sack (1), Tobias Biegel