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Blamage beim Tabellenschlusslicht

Am vergangenen Sonntag machte der SVK 3 keine Werbung für sich. Zu Gast beim Tabellenletzten der Bezirksklasse rechneten Kornwestheimer Spieler und Zuschauer mit einem haushohen Sieg ihres Teams. Der TV Markgröningen konnte in seinen bis dato 13 Partien noch keinen einzigen Sieg für sich verbuchen und der SVK hatte den Schwung seines Sieges gegen die BBM Bietigheim 4 aus der Vorwoche mitgenommen. Doch dann kam es anders als erwartet.
 
Der SVK startete wie erwartet mit einer Führung in die Begegnung. Zwei Angriffe führten zu zwei Toren durch Timo Kull und Julian Anhorn (1:2). Thomas Lauster schnappte sich den Ball und war per Konter erfolgreich (1:3). Der TV Markgröningen blieb zunächst dran, aber Julian Anhorn drehte sich geschickt an der Abwehr vorbei und traf zum 2:4. Was der SVK in der Abwehr falsch machte, machte er im Angriff goldrichtig: In der Defensive schlich sich der Kreisläufer der Gastgeber ein ums andere Mal im Rücken der Kornwestheimer davon (4:6), aber auch SVK-Kreisläufer Tim Layher wurde geschickt angespielt und kam frei zum Wurf (4:7). Wieder gelang Thomas Lauster der Treffer durch Tempogegenstoß zum 4:8 und damit zur doppelten Torausbeute nach zehn Spielminuten. Es schien, als würde es ein glatter Durchmarsch für den SVK werden. Doch man war sich seiner Sache zu sicher, was sich daran zeigte, dass man bereits jetzt versuchte, einen Wurf locker über den Torhüter zu heben. Dieser Schuss ging nach hinten los und bescherte den Markgröningern prompt den Konter zum 6:8. Die SVKler machten grobe Fehler in der Abwehr und hatten Probleme in der Zuordnung, die auch ein Tabellenletzter nicht ungestraft lässt (7:8). Trotz Unterzahl trafen die Gastgeber zweimal, während die Kornwestheimer nur einmal ihre Überzahl nutzen konnten. Nach dem erneuten Anschlusstreffer durch den TV zum 10:11 konnte sich der SVK durch Julian Anhorn und Daniel Braig zunächst aus dem Klammergriff befreien und sich ein wenig Luft verschaffen (10:13). Auch die SVKler gerieten nun in Unterzahl und konnten ihren Gegner nur durch ein Foul am eigenen Kreis stoppen. Erneut waren die Gastgeber dadurch dicht auf den Fersen (12:13). Wenig später nutzte der eingewechselte Alexander Moosmann seinen ersten Wurf von links außen zum 12:15. Doch nicht mit allen Einwechslungen bewies Trainer Marcel Thoms ein glückliches Händchen und nicht jede Kombination funktionierte reibungslos. Ein Ballverlust ermöglichte deshalb kurz darauf den nächsten Gegenstoß für Markgröningen zum Anschlusstreffer (14:15). Trotz Thoms‘ Forderung, zuerst den Ball zu sichern und ihn dann durchzuspielen, folgte direkt im nächsten Angriff auch der nächste Ballverlust. Diesmal konnte Markgröningens Konterversuch ausgebremst werden, aber nichtsdestotrotz gelang den Gastgebern über ein Kreisanspiel der erste Ausgleich zum 15:15. Steffen Neunzling bewahrte von rechts außen die Führung für sein Team (15:16). Alexander Moosmann behielt den Überblick, indem er Steffen Neunzling diesmal zum Tempogegenstoß bediente (15:17). Dennoch gelang den Gastgebern kurz vor der Pause das Tor zum 16:17-Halbzeitstand.
 
Passend zu Beginn der zweiten Hälfte wurde die Niederlage der deutschen Nationalmannschaft bei der WM in Frankreich bekannt. Und auch für den SVK sollte die zweite Halbzeit alles andere als glücklich verlaufen. Daniel Braig machte per Siebenmeter zwar zunächst das 16:18, aber schon im nächsten Atemzug waren die Gastgeber wieder dran (17:18). Wenig später folgte dann der erneute Tiefschlag für den SVK durch den Ausgleich Markgröningens zum 18:18. Bis zum 21:21 legten die SVKler immer ein Tor vor, die Gegner schafften aber jedes Mal den Ausgleich. Dann der Schock für den SVK, denn statt selbst wieder vorzugeben, waren es in der 39. Minute erstmals die Gastgeber, die die Führung übernahmen (22:21). Kornwestheim suchte nach Lösungen und Trainer Thoms musste sich etwas einfallen lassen, denn es war deutlich zu spüren, dass die Partie noch völlig offen war. Zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt vergab der SVK nun einen Strafwurf und verpasste damit die Chance zum Ausgleich. In Überzahl warfen die SVKler dann auch noch den Ball leichtfertig ins Aus. Bis zum 26:25 gaben nun die Gastgeber stets mit einem Treffer mehr den Takt vor. In dieser Phase vergab der SVK einen weiteren Strafwurf und die Chance, die Führung wieder an sich zu reißen, indem ein langer Pass von Torhüter auf Feldspieler nicht ankam und den eingeleiteten Konter damit beendete. Knappe neun Minuten vor Schluss machte Timo Kull das 26:26 und Julian Anhorn das Führungstor zum 26:27. Nun war der SVK wieder obenauf. Aber Markgröningen fieberte seinem ersten Punktegewinn entgegen und blieb dran (27:27). Wieder zogen die Gastgeber vorbei (28:27) und wieder versuchte Marcel Thoms in einem Time-Out die Taktik seines Teams anzupassen. Bis zum 29:29 zwei Minuten vor Spielende waren beide Teams gleichauf und nun würden kleine Nuancen das Spiel entscheiden. Die Schiedsrichter pfiffen Siebenmeter für Markgröningen und es folgte das 30:29. Der SVK durfte sich keinen Fehler mehr erlauben, doch tat genau das: Ein Fehlpass begünstigte den Tempogegenstoß, der Kornwestheim den Todesstoß versetzte (31:29). Das Bild in der letzten Auszeit eine halbe Minute vor Spielende sprach Bände: Während der TV Markgröningen sich im Kreis versammelte, standen die SVKler zerstreut und hörten den Anweisungen ihres Coaches nur noch mit halbem Ohr zu. Die offensive Manndeckung direkt hinter dem gegnerischen Kreis konnte am 31:29-Endstand dann auch nichts mehr ändern.
 
Der SVK war als klarer Favorit in die Partie gegangen und dieses Bewusstsein kostete ihn vermutlich die Punkte. Ein Sieg wäre hier Pflichtprogramm gewesen. Doch nach der anfänglichen vier-Tore-Führung ließen die SVKler ihr Spiel schleifen und konnten dies irgendwann nicht mehr kompensieren, sodass eine Blamage beim Tabellenletzten am Ende unausweichlich war. Nachdem der Tabellennachbar der HB Ludwigsburg in der vergangenen Woche überraschend gegen den TV Möglingen gewonnen hatte und auch die HSG Strohgäu an diesem Spieltag beim TSV Bönnigheim 2 erfolgreich war, ist der SVK zwei Tabellenplätze nach hinten gerutscht und belegt damit nun den sechsten Rang.
 
Niklas Rohfleisch, Steven Keith (beide Tor), Julian Anhorn (7), Thomas Lauster (4), Tim Layher (1), Timo Kull (5), Daniel Braig (6/3), Philipp Conrad (3), Alexander Moosmann (1), Steffen Neunzling (2), Tim Fischer, Axel Kieber, Florian Stöcker, Tobias Biegel